Lawn Dogs - Heimliche Freunde

-Dies ist eine Gastrezension von Peter Bauer-

Warum sind die guten Freundschaftsfilme so berührend? Weil sie die Hoffnung der Menschheit widerspiegeln, durch Freundschaft Barrieren jeglicher Art, egal ob die der Hautfarbe, der Rasse, der Religion, der Weltanschauung, des Besitztums oder des Geschlechts einreißen zu können. Werfen Sie zusammen mit mir einen Blick auf meinen Lieblingsfilm über Freundschaft, den ich nur wärmstens empfehlen kann. Suchen Sie ihn in den  Ecken ihrer Videothek, in kleinen Programmkinos oder spät abends versteckt im Fernsehprogramm. Es lohnt sich.

(c)Richard Scharpenberg/ PIXELIO www.pixelio.de

LAWN DOGS - HEIMLICHE FREUNDE

 

Eine wundervolle Freundschaft zwischen der herzkranken 10jährigen Devon aus einer konservativen amerikanischen Vorstadtsiedlung, die auch gut Kulisse für Tim Burtons Meisterwerk "Edgar mit den Scherenhänden" hätte sein können, zu dem 28jährigen Gelegenheitsarbeiter Trent, der dort die Gärten in Ordnung hält. LAWN DOGS- HEIMLICHE FREUNDE ist eine englische Independentperle aus dem Jahre 1997, die das beindruckende Kinodebüt einer gewissen Mischa Barton beinhaltet, die später als Hauptdarstellerin in der Jugendserie O.C. California zu Weltruhm gelangte. Leider konnte sie bis heute nicht an diese filmische Leistung anknüpfen. Sie hat eine magische Freundschaft zu jenem Unterprivilegierten, die einfach nicht sein darf.

 

Beide durchleben, beidseitig geheimgehalten vor den misstrauischen Augen der Siedlungsbewohner, eine

wunderschöne Zeit voller Vertrauen, gegenseitigem Respekt und Abenteuern, die jedoch abrupt endet. Bei dem Versuch einen bekannten entlaufenen Hund einzufangen, fährt Trent ihn aus Versehen mit seinem Truck so schlimm an, daß ihm nichts anderes übrig bleibt, als den Hund durch Knüppelschläge von seinem Leid zu erlösen. Enttäuscht und schockiert darüber lüftet Devon ihr wohlbehütetes Geheimnis und löst damit ein dramatisches Filmende aus.

 

Nicht selten fühlt man sich versetzt in einen märchenhaften Kinderfilm, um dann gerade zum richtigen Zeitpunkt brutal einen Spiegel der Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft vorgehalten zu bekommen: Selbstjustiz, Waffenbesitz, Lobbyismus, Doppelmoral, Diskriminierung, Prüderie, Vietnam- und Irakkriegsproblematik. Grandios ist das Finale dieses berührenden Filmes - ein Wechselbad zwischen Thriller und Märchen.

 

Unbedingt sehen und hoffen, das er nicht von den Programmchefs zu tief im Nachtprogramm versteckt oder wie zuletzt zur Mittagsessenszeit gesendet wird.

Trailer (Englisch)

YouTube-Video

 Das Bild entstammt www.pixelio.de.