Mehr Alkohol und weniger Privatsphäre

(c)Fotocent

Viele Dinge sind heutzutage entsetzlich überbewertet. Z.B. Privatsphäre. Wer braucht die schon? Was interessiert es mich, ob Payback Daten bzgl. meiner Umsätze speichert und mir dann gezielt Werbung zukommen lässt. Ist doch nett von Payback, oder? Wie kann es sein, dass ein Teil der Bevölkerung sich freiwillig im Netz zur Schau stellt mittels privaten Fotos, Sexvideos, komplettem Persönlichkeitsprofil usw. während andere gleich mit dem Anwalt drohen, sobald jemand ein Foto von ihnen ins Netz stellt? Also ich hoffe mal, von mir gibt es keine privaten Fotos, Videos usw.. Und selbst wenn.. das Leben ist doch viel zu kurz um sich permanent aufzuregen.. Wer mit ca. 20 Jahren den Fehler macht, zuviel preiszugeben, muss eh höchstens 70 Jahre damit leben. Dann ist das Leben vorbei. Und was sind schon 70 Jahre gegen die Ewigkeit? ;)

 

Komplett überbewertet wird auch Nüchternheit bzw. Alkoholabstinenz. Ich rede jetzt nicht davon, einen auf Käßmann zu machen - Sicherheit geht selbstverständlich vor! Aber ein bißchen Alkohol ist doch eine feine Sache. Wenn man sich mal Filme älteren Kalibers anschaut, scheint der moderate Genuß von Alkohol anno dazumal eine normale Sache gewesen zu sein. So ein kleiner Nachmittagscocktail hat doch auch was für sich. Da kann man den alltäglichen Sorgen doch gleich viel gelassener begegnen. Zwar hat der Genuß diverser Flüssigkeiten mich durchaus schon des öfteren in grenzwertige Situationen gebracht, aber im Großen und Ganzen hat er auch mein Leben bereichert. Wahrscheinlich wäre ich ohne das gute alte Bier immer noch Jungfrau.. So ein bißchen lockerer wird man ja doch. In einem Hollywoodstreifen wurde Alkohol mal als eine Art "social lubricant" (=soziales Gleitmittel) beschrieben. Ich finde, das trifft es ganz gut.

 

Jetzt werde ich bestimmt böse Leserbriefe bekommen, dass es absolut verantwortungslos ist, so etwas zu schreiben. Ich sag immer: Jedem das Seine. Ich halte auch einiges für verantwortungslos.

 

z.B.

- die Unfähigkeit der Menschheit, in Frieden zu leben und für eine gerechte Verteilung der Güter zu sorgen

- die absolute Inhaltsleere des Fernsehprogramms

- das Testen von Medikamenten und Kosmetika an Tieren

- die Ignoranz und den Egoismus vieler Mitmenschen

- Religiösen Fanatismus

- dass ich mir jeden Tag neue Mißbrauchsmeldungen in den Nachrichten anhören muss

- die hohen Gehälter der Politiker und die Verschwendung von Steuergeldern

- gesellschaftliche Konventionen und dass sie uns dazu zwingen, uns zu verstellen und zu heucheln

- das Leben an sich

 

Und das war nur ein kleiner Ausschnitt.

 

Aber ich wollte mich ja nicht aufregen... Das Leben ist viel zu kurz, um sich zu ärgern. Also entspanne ich mich jetzt und genieße die guten Seiten des Lebens. :)

 

by Rosa Morgenstern

 

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Kommentare: 2

  • #1

    Kiki Suarez (Donnerstag, 11 März 2010 00:04)

    Also, ich glaube, dass manche alles über sich ins Netz setzen ist der innige Wunsch, Aufmerksamkeit zu erregen, wahrgenommen zu werden. Neulich sagte eine Frau, die in den USA mit einer Videokamera lebt, die ihr gesamtes Leben filmt: wenn die Kamera mal kaputtgeht, fühlt sie sich alleine.....

    das ist ja eine Illusion: dass ich nicht alleine bin, wenn mich jede Sekunde 1 Million Menschen beobachten, aber wir fallen ihr alle immer wieder zu Opfer. Wir wollen um alles in der Welt unserem existenziellen Alleinsein in uns selsbt entfliehen.

    Menschen, die sich aufregen über ein Foto von sich in der Öffentlichkeit, wollen damit vielleicht Aufmerksamkeit schinden?

    Um mit der existenziellen Einsamkeit: Ich ganz allein in meinem Körper - fertigzuwerden ist ein Gläschen Alkohol nicht schlecht. Dem stimme ich sehr zu. Eins oder zwei. Sonst ist der Katzenjammer hinterher umso grösser.

    KIKI

  • #2

    C.L. (Freitag, 05 November 2010 14:25)

    Alkohol ist in unserer Gesellschaft doch recht anerkannt. In Amerika darf man Alkohol ja nichtmal im Fahrzeuginnenraum transportieren. Ein "Dienstabschlussbier" unter Kameraden trinke ich auch gerne. Es lässt einen "absacken" und den Arbeitstag abhaken. Aber der vernünftige Umgang mit Alkohol ist wichtig. Niemand hat was dagegen, dass man etwas auf Partys oder so trinkt, aber es macht schneller abhängig als man denkt.

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