Lassen wir Eric sterben?
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Wie kommt es eigentlich, dass in Literatur/Film/Musik usw. gefühlt 95 % aller Liebesgeschichten ein Happy End haben, während im wahren Leben ca. 95 % aller Liebesgeschichten in die Hose gehen?
Diese Diskrepanz bringt mich zum Grübeln. Bereits im Kindesalter wird man mit Disneyfilmen und Märchen bombardiert, die im Köpflein der lieben Kleinen die Vorstellung manifestieren, dass das Leben ein Ponyhof sei. Der Prinz kriegt die Prinzessin, die Bösen segnen das Zeitliche. Mit dieser Illusion wächst man auf und wundert sich später sehr.
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Wäre es nicht besser den Kids gleich mal eine Portion Wirklichkeit zu verpassen? Eric stirbt bei der Schlacht mit der bösen Meerhexe und Arielle kehrt mit Triton zurück ins Meer um ihr Leben lang um ihn zu trauern bzw. sich wahlweise einen schicken Meermann zu angeln und kleine Fischlein mit ihm zu zeugen. Dornröschen wacht leider nie auf, weil der Prinz beim Heckedurchschneiden eine attraktive Blondine mit großen Brüsten trifft und lieber mit ihr ein Bier trinken geht.
Und Aschenputtel kriegt den Prinzen nicht, weil er lieber eine reiche Prinzessin heiratet. Traurig, oder? Aber die Kinder wüssten gleich Bescheid wie es aussieht im Leben.
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Nix da mit together forever. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann verblenden sie noch heute Kinder.
Brauchen wir diese heile Märchenwelt, wo ein reicher Typ eine Prostituierte von der Straße holt (Pretty Woman) oder sich das Pärchen am Ende doch zusammenrauft (Love Vegas)?
Es gibt auch einige gute Filme, die kein Happy End im klassischen Sinne haben, z.B. Tristan und Isolde, Braveheart, Die Nebel von Avalon, Dr. Schiwago, Cold Mountain, Message in a Bottle. Die oben genannten Geschichten gehen für das beteiligte Pärchen nicht gut aus und trotzdem würde ich sie jederzeit Rosamunde-Pilcher-Landhausromantik vorziehen.
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Dennoch kommt die große Liebe darin vor und die Sehnsucht nach dem Anderen zieht sich von A bis Z durch den Film bzw. die Geschichte.
Vielleicht haben wir einfach alle eine Sehnsucht in uns. Die Sehnsucht, dass es die große Liebe gibt, auch wenn sie vielleicht nicht von Dauer ist und die meisten von uns sie nicht erleben werden.
Es fällt allerdings schwer, sich von diesem Ideal zu lösen und zu sagen: Wir sind alle nur Menschen. Wir haben eine begrenzte Zeit auf dieser Erde und die sollten wir uns so bequem wie möglich machen. Wenn es den Idealpartner nicht gibt, dann sucht man sich eben jemanden, der nicht perfekt ist, aber mit dem man gut auskommt. Das ist vielleicht besser, als allein zu bleiben und sein Leben lang zu hoffen, dass der Prinz mit dem goldbehuften Apfelschimmel vorbeireitet und einen mit auf sein Schloß hinter den Sieben Bergen nimmt. Oder?
by Rosa Morgenstern
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Kommentare: 5
die hamann (Dienstag, 27 April 2010 10:41)
das dumme oder unrealistische an diesen geschichten/märchen ist ja nicht, dass sie gut ausgehen, sondern dass sie zuende sind bevor so etwas wie alltag überhaupt einkehren kann und diese pärchen mit dem konfrontiert werden, was die meisten haben, von dem die wenigsten aber träumen, wenn sie sich ihre beziehung ausmalen.
Kiki Suarez (Mittwoch, 28 April 2010 01:51)
Ich glaube, Märchen und Geschichten drücken unsere Ängste (Horrorfilme!!!9 und Sehnsüchte aus. Wir wollen das verarbeiten, eins ums andere mal. Wenn Filme realistischer wären, was ich mir oft auch wünsche, würden sie vielleicht unser Unbewusstes nicht mehr befriedigen. Oder wir müssten erst viel mehr Unbewusstes bewusst machen, wozu uns Freud und auch Sokrates aufrufen, aber das ist unbequem, das macht Angst, das tun wir eist nur, wenn es gar nicht mehr anders geht.
KIKI
Rosa Morgenstern (Donnerstag, 29 April 2010 13:45)
Aber wieso sehnen wir uns denn alle nach der großen Liebe? Warum nicht nach der großen Freundschaft? Gute Freundschaften sind ebenso schwer zu finden. Aber sie sind meist beständiger als die Liebe. Aber worin liegt dannd er Unterschied? Der einzige Unterschied zwischen Freundschaft und Liebesbeziehung ist Sex.
Können sich die Menschen also nur wirklich nahe kommen, wenn sie miteinander schlafen? Nee, das kann es nicht sein. Wenn man mit einem Freund schläft, dann ist das nur Sex. Ohne amouröse Gefühle. Sonst wäre es ja Liebe. Hach nee.. jetzt bin ich verwirrt..
Vielleicht ist der Unterschied einfach, dass eine Liebesbeziehung immer als (wenn auch unbewusstes) Ziel die Familienplanung hat. Reproduktion als Endziel. Und Blut ist nunmal dicker als Wasser, oder?
C.L. (Freitag, 05 November 2010 14:39)
@Rosa
Aber der Sex ist das intimste was ein Mensch haben kann. Genau darin liegt die Liebe, die Geborgenheit, die man dann für diesen Menschen empfindet. Sicherlich gibt es in der schnelllebigen Gesellschaft, die heute vorherrscht auch den Sex ohne Liebe, aber das ist nur ein Stillen der Bedürfisse, die man eigentlich hat. Zwischen Liebe und Freundschaft ist außer Sex noch ein riesen Unterschied! Ich lass meine Freunde niemals so nah an mich und meine Persönlichkeit ran, wie meine Freundin. Ich denke, da ist noch mehr, denn für Freunde mache ich viel, für meine große Liebe alles. Wie im Märchen halt! :)
Rosa Morgenstern (Samstag, 06 November 2010 19:54)
@C.L.
Du glabust also an die große Liebe? Das ist romantisch. Hast du sie denn schon gefunden??