Zu Besuch im Tierheim

Windberg Freital (c)Katharina Böhme

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in einem Tierheim. Eigentlich war das eher Zufall. Bei einem Spaziergang über den Windberg in Freital (in Sachsen) kamen wir zufällig am Tierheim Freital vorbei und ich entschloss mich spontan, reinzugehen und mich umzuschauen. Natürlich kann da nicht jeder einfach so reinspazieren und durch die Gegend laufen, aber wir wurden freundlich begrüßt und ein Tierpfleger nahm sich viel Zeit für uns, um uns alles zu zeigen und meine unzähligen Fragen auführlich zu beantworten. ;-)

 

Das Tierheim hat mich in jeder Hinsicht positiv überrascht. Alle Tiere sind gepflegt und haben viel Platz und regelmäßigen Auslauf. D.h. die Katzen haben ein Freigehege und die Hunde werden regelmäßig in den großzügigen Garten gelassen sowie mehrmals am Tag Gassi geführt. Kleintiere gab es zu meiner Überraschung nur eine handvoll, aber das liegt vielleicht daran, dass Ostern noch nicht so lange her ist und so ein Häschen ja ein "tolles" Ostergeschenk ist. Viele Menschen machen sich leider nur wenig Gedanken vor der Anschaffung eines Haustieres. Z.B. Kaninchen, die gerne als erstes Haustier für Kinder herhalten müssen, sind eigentlich gar keine für Kinder geeigneten Tiere. Sie sind sehr scheu und empfindlich. Und wenn man sieht, wie die meisten Menschen Kaninchen halten, kann es einen auch nur traurig stimmen. Gerade Kaninchen, die als Nutztiere gehalten werden, haben kein schönes Leben. Oftmals sind die Käfige viel zu klein und dunkel.

Whisky (c)Katharina Böhme

Zwei Tage vor unserem Tierheimbesuch ist auch ein absoluter Notfall eingeliefert worden: eine total abgemagerte Dogge, die sich kaum auf den Beinen halten konnte und an deren Schwanz man jeden einzelnen Wirbel deutlich erkennen konnte. Von den Rippen und Hüften ganz zu schweigen.

Die Tiere kommen auf jede erdenkliche Weise ins Tierheim, viele werden einfach vor dem Tierheim abgestellt. Sogar Fische!

 

Wer sein Tier offiziell abgibt, muss je nach Art und Alter (bzw. Gesundheitszustand) eine Gebühr bezahlen. Ebenso fällt natürlich eine Gebühr an, wenn man ein Tier aus dem Tierheim aufnimmt. Dies ist eine reine Schutzgebühr, um zu verhindern, dass die Tiere für Versuche oder ähnliches benutzt werden. Die Summe deckt oftmals bei weitem nicht die reellen Kosten. Besonders traurig stimmen Tiere, die schon sehr alt sind und lange im Tierheim. Die Hoffnung auf Vermittlung ist gering. So bekommen sie ihr Gnadenbrot.

   

Die Tiervermittlung erfolgt nach strengen Regeln, die an das deutsche Adoptionsrecht erinnern. ;-) Wer ein Tier aufnehmen möchte, bekommt Besuch von einem Tierheimangestellten, um herauszufinden, ob der Wohnort ein geeignetes Zuhause für das Tier ist. Auch nach Übersiedlung des Tieres zu seinem neuen Besitzer muss jederzeit mit einem Besuch eines Tierpflegers gerechnet werden und damit, dass das Tier wieder mitgenommen wird, falls die Lebensumstände unerwartet schlecht sind.

  

So wird sichergestellt, dass die Tiere ein gutes Zuhause finden. Wer also meint, er könne mal eben ins Tierheim und ein Tier shoppen, ist völlig falsch gewickelt.

  

Das Motto des Tierheims Freital ist "Transparenz" und diese wir auch gelebt. Wer Interesse an einem Tier aus dem Tierheim hat oder mehr über das Tierheim erfahren möchte, kann sich hier informieren.

   

Wer das Tierheim unterstützen möchte, kann dies durch Geld- oder Sachspenden bzw. über Patenschaft oder Mitgliedschaft tun. Mehr Infos gibt es hier.

 

NACHTRAG:

Ich habe mich im Tierheim nach der Dogge erkundigt. Leider ist sie noch am gleichen Tag verstorben...

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Kommentare: 4

  • #1

    Anja (Mittwoch, 19 Mai 2010 15:25)

    :( Wie traurig! Ich wollte gerade die Website des Tierheims besuchen und mir die Dogge ansehen.
    L.G. Anja

  • #2

    ax (Sonntag, 22 August 2010 19:31)

    tire sind doof

  • #3

    ric (Sonntag, 22 August 2010 19:34)

    einen augenblick ich muss mal lebenden fische tot

  • #4

    jojo (Mittwoch, 04 Januar 2012 13:44)

    na zum glück gibt es tierheime...! :-)

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