Dezember 2009
Dresden in der Weihnachtszeit
Ich weiß nicht, wie es in anderen Städten aussieht, aber Dresden scheint die Stadt der Weihnachtsmärkte zu sein. Gleich drei schöne konnte ich vor ein paar Tagen besuchen. Da gibt es den berühmten Striezelmarkt auf dem Altmarkt, mit einem begehbaren Schwibbogen, von dem aus man einen tollen Blick über den Striezelmarkt hat. (Fotos folgen)
Dann gibt es den Markt an der Frauenkirche, wo Stände aus dem frühen 20. Jahrhundert mit entsprechendem Warenangebot präsentiert werden. Es gibt sogar ein handbetriebenes Karusell für Kinder. (Fotos folgen)
Und dann gibt es noch den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt im Stallhof, mit urigen Glühweinbechern, für die man ganze 5 Euro Pfand berappen muss. Hier gibt es ein reiches "mittelalterliches" Warenangebot und zahlreiche Fressbuden und Glühweinstände. Gleich wenn man den Stallhof betritt, wird man von in Kutten gehüllten Musikern begrüßt, die schöne alte Musik spielen. Der ganze Platz ist in dunkles, rötliches Licht getaucht, was eine heimelige Atmosphäre erzeugt.
Viele Leute meinen, wenn man einen Markt kennt, kenne man alle, da es überall die gleichen Waren gäbe. Doch hier gab es ein Angebot, das mir so noch nie unterbreitet wurde.
In einem hölzernen Unterstand standen zwei große, mit heißem Wasser gefüllte Badezuber, in denen rund ein dutzend nackte Männer verschiedener Generationen saßen. Am Anfang des Abends lautete der Mindestpreis noch 1 Euro, um die Prachtkerle dazu zu bewegen aufzustehen und sich in unverhüllter Herrlichkeit zu zeigen. Auch Einladungen, den Männern ins trübe Badewasser zu folgen, wurden großzügig ausgesprochen. Wir zogen das Angebot kurzzeitig in Betracht, weil es wirklich richtig fies kalt war, schlugen es dann aber doch aus. Mit steigendem Glühweinkonsum und zu vorgerückter Stunde gab es dann nackte Tanzeinlagen für lau und noch ein Ständchen dazu. Trotz frostiger Temperaturen gelang es den feuchtfröhlichen Schmutzfinken, zahlreiche Schaulustige so in ihren Bann zu ziehen, dass diese mit offenen Mündern stehen blieben. Ich zähle mich mal dazu, denn solch frivole Heiterkeit im prüden Deutschland ist wirklich fesselnd.
Wer am Wochenende noch nichts vor hat, sollte unbedingt nach Dresden fahren und einen leckeren Brombeerglühwein auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt trinken.
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