Sa
03
Okt
2009
Exotische Faszination - oder Tierquälerei?
Die Ergebnisse waren erstaunlich. 82 % der Befragten gaben an, mehr als drei exotische Tiere zu besitzen und mehr als ein Viertel der Befragten gab an, sogar sechs oder mehr solcher Tiere zu besitzen. Manche Leute scheinen diese Tiere zu sammeln wie andere Briefmarken.
Dass 9 % der Befragten angaben, bei einer Erkrankung ihres Tieres keine fachgerechte Hilfe in Anspruch zu nehmen, sondern dieses leiden und dann auch sterben zu lassen, stimmt mich traurig. (Die "Dunkelziffer" ist mit Sicherheit höher..) Tierarztbesuche sind teuer und schlagen oft mit einem vielfachen des Anschaffungswertes zu Buche. Die Menschen sind sich offenbar nicht der Verantwortung bewusst, die sie bei der Anschaffung eines Tieres übernehmen. Wer es sich leisten kann, ein Tier zu kaufen, muss es sich auch leisten können, dieses bei Krankheit behandeln zu lassen. Notfalls muss eben auf den Kinoabend oder gegebenenfalls die Urlaubsreise verzichtet werden.
Gerade Tiere, die auf solchen Messen angeboten werden, sind oft schon beim Kauf krank, da sie tagelang in kleinen Plastikboxen ohne Flüssigkeit und Nahrung ausharren müssen.
Schon die Ausstellung der Tiere auf der Messe verursacht den Tieren einen immensen Stress.
Eingesperrt in kleine Behältnisse (Plastikboxen, Leinensäckchen für Schlangen) müssen sie tagelang das Gestampfe Tausender Menschen durch die Hallen ertragen. Dies ist für bodenlebende Schlangen, die einen feinen Vibrationssinn haben, eine besondere Qual. Hinzu kommt noch, dass viele Aussteller von Messe zu Messe fahren und die Tiere zwischendurch gar nicht erst auspacken. In den kleinen Boxen harren sie aus, bis sie gekauft werden oder verdursten und verhungern.
Experten gehen davon aus, dass auf so mancher Messe ca. die Hälfte der Tiere aus dem Wildfang stammt. Indikator ist dabei der Preis. Tiere aus Wildfängen werden günstiger angeboten.
Aber warum hält man sich überhaupt so ein Tier? Die Liebe zu einem solchen Tier kann nicht der Grund dafür sein. Kaum ein Tierhalter ist in der Lage, seinem Haustier ein angemessenes Lebensumfeld zu bieten.
[Quelle: www.vgt.at]
Manchmal rächt sich die Natur auch. Im Juli wurde in den USA ein Kleinkind von einer Python getötet. Die Riesenschlange war aus dem Terrarium entwichen und hatte nachts unbemerkt die 2-jährige erwürgt. Mehr Infos gibt es hier.
Die verwendeten Fotos entstammen www.pixelio.de.
4 Kommentare
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#1
Was hällst du denn für Tiere ?
Hund, Katze, Maus ?
Kannst du diesen Tieren eine "Artgerechte" Haltung bieten ?
Ich denke nicht - Prinzipiell ist jede Form der Tierhaltung "Tierquälerei"
Nur: ein Käfig mit ein bisschen Streu ist denke ich etwas anderes wie ein Terrarium, in welchem stets darauf geachtet werden muss, dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur stimmen.
Vielleicht sollte der Verfasser dieses Beitrages einfach mal ein bisschen mehr denken, bevor er im Internet gerüchte schürt. -
#2
Ergänzung: Gegen den Umgang mit den Tieren auf Messen bin ich auch - ich finde es nur reichlich Unfair, jeden "Exotenhalter" mit einem Unveranwortlichen Tierquäler gleichzustellen.
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#3
Hallo Christoph,
ich denke grundsätzlich nach, bevor ich einen Artikel verfasse oder mich in irgendeiner Art äußere. Ich habe keinen Hund, keine Katze, keine Maus. Nur ein paar Weberknechte, die in meinem Auftrag lästige Fliegen fangen sollen. ;-) Spaß beiseite: Ja, prinzipiell ist jedes einsperren in einen Käfig Tierquälerei. Dazu zählen Aquarien, Terrarien, Volieren und dergleichen.
Könntest du dir vorstellen, in einem Käfig zu leben bzw. nicht mehr das Haus verlassen zu dürfen? Könntest du dir vorstellen, dass der einzige Zweck deines Lebens darin besteht, zu fressen und zu schlafen? Ich kann mir das nicht vorstellen. Und ich glaube auch nicht, dass Tiere so ein Leben schön finden.
Denk einmal in Ruhe darüber nach.
Viele Grüße,
Katharina -
#4
Du hast völlig recht.
Das sind alles verantwortungslose Besitzer 